Schnuller – Ab wann und warum?

Seit wann gibt es eigentlich Schnuller?

Schnuller gibt es schon eine ganze Weile. Man geht davon aus, dass die Entwicklung des Schnullers gleichzeitig mit der Entstehung der künstlichen Säuglingsernährung beginnt.

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Natürlich sahen Nuckel damals nicht so aus wie heute: Als erstes wurden kleine Tontierchen genutzt, danach Leinentücher. So ein Leinentuch kann man zum Beispiel auch auf einer Illustration von Wilhelm Busch sehen.

Lutschbeutel wurden mit süßem Brei gefüllt.

In die Tücher wurde ein süßer Brei gefüllt. Der Brei bestand zum Beispiel aus Honig, Brot oder Zwieback, Möhren, Mehl und Mohn. Danach wurden sie zu einem Lutschbeutel zusammengebunden. Teilweise wurde der Beutel auch in Branntwein getaucht.


Lutschbeutel schnuller Wilhelm Busch
W. Busch – Lutschbeutel

Natürlich kann man diese Art des Nuckels nicht mit der heutigen vergleichen. Die “modernen” Schnuller entstanden erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Von nun an bestehen sie aus einem Lutschteil und einem Schild. Das Lutschteil hat das Baby im Mund, das Schild verhindert, dass der Schnuller verschluckt werden kann.

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Saugbedürfnis: Warum Nuckeln Babys überhaupt?

Babys haben von Natur aus ein ausgeprägtes Saugbedürfnis. Schon im Mutterleib nuckeln Babys etwa ab dem fünften Schwangerschaftsmonat an ihrem Daumen. Das Daumenlutschen im Mutterleib ist eine Vorbereitung auf die Nahrungsaufnahme nach der Geburt: das Stillen. 

Das Nuckeln dient allerdings nicht nur zur Nahrungsaufnahme oder ist ein Anzeichen von Hunger. Es hilft eurem Baby auch beim Stressabbau, zur Entspannung, bei Müdigkeit, bei Traurigkeit und manche Babys haben auch einfach nur Spaß daran. Es gibt immer wieder Phasen, in denen dein Baby mehr Nuckeln wird als in anderen. Das hängt vor allem mit den Entwicklungs- und Wachstumsphasen oder auch Krankheiten zusammen. 

Der Schnuller als zusätzliche Beruhigungsvariante.

Der Nuckel hilft deinem Baby dabei sein Saugbedürfnis zu stillen. Du kannst ihn deinen Baby als zusätzliche Beruhigungsvariante anbieten.

Aber denke daran: Dein Baby braucht Körperkontakt. Der Schnuller sollte nie die Nummer eins zur Beruhigung werden.

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Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Schnuller?

Ab wann solltest du dein Baby an einen Schnuller gewöhnen?

Eines vorneweg: Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Jedes Kind und jede Mutter hat eigene Bedürfnisse.

Zu frühes Schnullern kann Saugverwirrungen begünstigen.

Wichtig zu wissen ist aber, dass Babys, die den Nuckel in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt angeboten bekommen eher dazu neigen Stillprobleme zu entwickeln.

Saugbedürfnis Baby ab wann Schnuller

Ist dir eine gute Stillbeziehung wichtig, dann ist es ratsam den Nuckel erst anzubieten, wenn sich dein Baby an deine Brust gewöhnt hat. Gleiches gilt natürlich auch für Flaschenkinder.

Sollte dein Baby ein Flaschenkind sein, achtest du am besten darauf, dass das Saugsystem vom Nuckel und der Flasche übereinstimmt.

Allerdings sei auch hier nochmals erwähnt: Höre auf deine Intuition und auf die Bedürfnisse deines Kindes. So findet ihr gemeinsam euren richtigen Zeitpunkt um mit dem Schnullern zu beginnen. Oder ihr entscheidet euch dazu voll und ganz auf den Schnuller zu verzichten.

Wie lange sollte der Schnuller genutzt werden?

Ein Schnuller ist ab dem ersten Lebensmonat einsetzbar. Jedoch sollte er im besten Fall nicht länger als bis zum dritten Lebensjahr genutzt werden. So vermeidet man Fehlstellungen des Gaumens, Kiefers oder der Zähne.

Solltest du mehr Informationen dazu suchen: In unserem Beitrag “Schnullergesundheit” erfährst du mehr zum Thema Fehlstellungen und Sprachstörungen.

Was soll ich tun, wenn mein Baby den Schnuller nicht nimmt?

Biete deinem Baby den Schnuller am besten nur an, wenn es ihn einfordert. Dränge deinem Kind den Nuckel nicht auf. Sollte dein Baby den Schnuller ablehnen, dann versuche die Situation zu akzeptieren.

Nicht jedes Baby braucht einen Nuckel.

Außerdem sollte der Nuckel nicht als erste Beruhigungsvariante genutzt werden. Körperkontakt mit deinem Baby ist das A und O. Der Nuckel sollte eine zusätzliche Beruhigungshilfe sein. 

Gelegentliches Beruhigen durch den Nuckel ist völlig in Ordnung und entlastet im günstigsten Fall Mutter und Kind.

Tipp: Je seltener der Nuckel zum Einsatz kommt, desto einfacher wird es später mit der Abgewöhnung. Mehr zum Thema Abgewöhnung erfährst du hier.

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Was sind die Vor- und Nachteile eines Schnullers?

Die Vorteile eines Schnullers liegen eindeutig darin, dass du dir und deinem Baby etwas Entspannung verschaffen kannst. Deine Brustwarze wird neben dem Stillen etwas geschont und dein Baby gleichzeitig beruhigt.

Außerdem unterstützt das Saugbedürfnis deines Kindes auch die Formung des Kiefers. Allerdings solltest du auf die richtige Dosierung des Schnullers achten, um Fehlstellungen am Kiefer oder der Zähne vorzubeugen. Achtest du von Anfang an darauf, dass du deinem Baby den Schnuller nicht dauerhaft gibst, erleichterst du euch beiden auch gleichzeitig die Zeit der Abgewöhnung. 

Es gibt Babys, die den Nuckel komplett ablehnen. Auch das ist ok. Achte auf die Zeichen deines Kindes. Spuckt es vehement den Schnuller aus, dann stecke ihn nicht immer wieder in den Mund deines Babys. Versuche es zu einem späteren Zeitpunkt erneut oder lass den Schnuller ganz weg. 

Von unseren drei Kindern haben zwei einen Schnuller benötigt. Doch ein Kind hatte einfach kein großes Saugbedürfnis und daher auch kein Interesse am Schnuller. Der Vorteil: Man muss den Schnuller am Ende nicht abgewöhnen. 🙂

ab wann Schnuller geben

Praxistipps

  1. Biete deinem Kind den Schnuller nur an, wenn es ihn wirklich will.
  2. Der Schnuller sollte nicht zur Beruhigungsvariante Nummer 1 werden: Körperkontakt ist wichtig!
  3. Gib deinem Kind den Nuckel am besten nur so selten wie möglich und auch nur so lange, bis das Saugbedürfnis gestillt ist. 
  4. Nimm den Schnuller nach dem Einschlafen aus dem Mund, so verringerst du die Schnullerzeit ganz leicht. 
  5. Sollte dein Kind schon sprechen, dann nehme den Schnuller vor dem Sprechen aus dem Mund. 
  6. Je mehr Schnuller bei euch frei herum liegen, desto mehr wird dein Kind verführt, sie in den Mund zu stecken. Ein bis zwei Schnuller reichen meist völlig aus. 


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